2. Dezember 2019

Shopware-Template

Vorab möchten wir zwei Begriffe klären: Wenn wir vom Design sprechen, meinen wir damit die Photoshop-Vorlage. Als Template bezeichnen wir hingegen die funktionelle Umsetzung des Designs in gewünschter Programmiersprache.

Bevor du mit der Umsetzung eines Shopware-Templates beginnst, ist es wichtig, einige Fragen zu klären, die Auswirkungen auf das Design und das Template haben. Dadurch sparst du Zeit und Kosten. Beispiele sind die Wahl des Grundlage-Templates, die gewünschten Funktionalitäten des Shops oder der Shopware Plugins der Individualisierung. Diese Aspekte werden während des Designs oft vernachlässigt.

Deshalb haben wir einen Leitfaden erstellt, der Sie bei der Realisierung Ihres Templates unterstützen soll.

Welche Funktionalitäten soll der Shop haben?

Der Aufwand für die Erstellung eines Shopware Templates hängt stark von den gewünschten Funktionalitäten deines Shops ab. Nicht jede Funktion, die mit Shopware ausgeliefert wird, kommt auch tatsächlich zum Einsatz. Beispiele hierfür sind die Tagwolke, Merkzettel oder auch die Artikel-Vergleichsfunktion.

Template-Anpassungen für Funktionen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht benötigt werden, können somit ausgelassen werden. Einige Funktionen sind wiederum standardmäßig deaktiviert, wie z. B. die Möglichkeit des potentiellen Käufers, Anmerkungen vor dem Bestellabschluss zu hinterlassen. Dadurch können Sie beim Designen übersehen werden. Beim Aufsetzten des Designs und des Templates wird folglich von weniger Inhalten ausgegangen als tatsächlich der Fall ist. Dies führt oft zum umfangreichen Re-Design und zu mühsamer Abänderung des Shopware Templates.

Wenn die Standard-Features in deiner Shopware Professional Edition nicht ausreichen, kannst du auf funktionelle Erweiterungen, sogenannte „“, zugreifen. Die Plugins können in drei Gruppen zusammengefasst werden:

  • Shopware-Premium-Plugins
  • Drittanbieter-Plugins
  • individuelle Plugins


Shopware-Premium-Plugins bzw. Drittanbieter-Plugins kannst du über den Shopware-Store beziehen. Wirst du dort nicht fündig, wäre die Alternative, ein eigenes und somit individuelles Plugin zu entwickeln. Falls Bedarf besteht, stehen wir dir als zertifizierte Shopware Agentur gerne zur Seite.

Durch Plugins können sowohl im Frontend als auch im Backend deines Shops Änderungen entstehen. Dies geschieht, weil die Plugins dein Template an bestimmten Stellen überschreiben, um inhaltliche Erweiterungen vorzunehmen. Hier ist Sorgfalt geboten, denn die Auswirkungen sind häufig anders als erwartet.

Werden im weit fortgeschrittenen Stadium zusätzliche Plugins aktiviert, tauchen oft Probleme auf. Als Folge müssen Design-Entscheidungen und Template-Anpassungen revidiert werden, um den Plugins den benötigten Platz einzuräumen. Aus diesem Grund empfehlen wir, von Beginn an einen Plan mit einer Übersicht zu erstellen, welche Funktionen gebraucht werden.

Was für Inhalte sollen präsentiert werden?

Im Unterschied zu einer regulären Webseite hegen Shops bedeutend mehr Seitentypen. Ein Seitentyp definiert die Struktur von beispielsweise Kategorieseiten, Artikelseiten oder des Warenkorbs. Auch wenn die Startseite eigentlich die allumfassende Kategorieseite ist, wird diese stets als eigener Seitentyp betrachtet. Als meistbesuchte Seite deines Shops muss die Startseite durch vertrauensbildende und emotionale Elemente in Sekundenbruchteilen dafür sorgen, dass sich der Besucher auf deinen Shop einlässt.

Andererseits bindet nicht jeder Shop-Betreiber jeden Seitentyp mit ein. Ein Beispiel hierfür sind Blogseiten. Ebenfalls werden dem Kunden nicht immer alle vorhandenen Formulare angeboten. Möchte man z. B. für die Kategorieseiten nur die Listenansicht aktiviert haben, kannst du Zeit und Nerven sparen, ebenfalls die tabellarische Ansichten zu designen. Werden Inhalte in Zukunft doch noch benötigt, ist eine nachträgliche Umsetzung unproblematisch realisierbar.

Welches Template soll als Grundlage für den Shop-Aufbau dienen?

Sobald die Liste der Features und der Inhalte ausgearbeitet wurde, steht der Design-Erstellung und der Template-Programmierung nichts mehr im Wege. Ein vollständiges, individuelles Design bzw. Template kann jedoch aus verschiedenen Gründen (z. B. zu wenig Budget) nicht immer als Option zur Verfügung stehen. In diesem Falle können über den Shopware Store fertige Templates kostenpflichtig bezogen werden. Diese werden im zweiten Schritt dem eigenen Corporate Design angeglichen, sprich: Logo, Farben und Schrift werden angepasst.

Selbst bei der Erstellung eines individuellen Templates wird immer mit einem Grundlagen-Template gearbeitet. Durch Grundlagen-Templates wird sichergestellt, dass auch wirklich alle relevanten Informationen abgebildet werden, die Shopware im Hintergrund bereitstellt. Hier bietet Shopware kostenfreie und kostenpflichtige Varianten an. Das Standardtemplate hat den Vorteil, dass für alle Standardfunktionalitäten, Seitentypen oder Shopware-Premium-Plugins eine sinnvolle Integration möglich ist. Der Nachteil liegt darin, dass die Templates nur bedingt dem aktuellen Webgeschehen entsprechen.

Dies schlägt sich besonders durch das Fehlen eines Responsive Designs nieder. Bei bestimmten mobilen Geräten sind dadurch bzgl. der Nutzbarkeit deutliche negative Auswirkungen zu erwarten. Kostenpflichtige Templates schließen größtenteils die Lücke und liefern ein modernes Erscheinungsbild. Hinsichtlich der Qualität gibt es dabei je nach Template jedoch starke Unterschiede.

Weiterhin zu beachten wäre noch, dass viele Plugins auf das Standardtemplate von Shopware ausgerichtet sind und somit höchstwahrscheinlich nicht responsive gestaltet wurden. Im Worst-Case-Szenario müssen dann für die Plugins sowohl eine technisch-responsive Anpassung als auch eine optische Annäherung an das gekaufte Template erfolgen. Unter Umständen bedeutet dies viel Zeit und Kosten.

Vergleichsweise kostspieliger und zeitaufwendiger wäre jedoch die Nutzung eines Standardtemplate als Grundlage für ein eigenes Responsive Design. In dem Fall müsste neben den Plugins auch noch das gesamte Template responsive gemacht werden.

Demnach empfehlen wir folgende Faustregeln:

  • Setze das Standardtemplate nur ein, wenn du weißt, dass in deiner Branche der mobile Einkauf unüblich ist. Beispiele dafür wären B2B, hohe Nutzung von Desktops, Laptops ggf. auch Tablets. Dabei solltest du nicht vergessen, dass sich die Stimmung schnell ändern kann und deine Kunden früher oder später entgegen der Erwartungen auch mobil einkaufen werden.
  • Bist du in einer Branche tätig, in der Kunden mobil Online-Einkäufe tätigen, empfehlen wir dir, dich für ein Template mit Responsive Design zu entscheiden. Hierbei wählst du ein Template aus, das möglichst nah an deine Design-Vorstellungen kommt. Außerdem sollte das Template mindestens drei Stufen im Bezug auf das Responsive Design haben: 1. Für Smartphones, 2. für Tablets, 3. für Laptops und Desktops.
  • Wirst du bei der responsiven Template-Auswahl nicht fündig, empfehlen wir dir, sich von einem Fachmann beraten zu lassen. So kannst du abwägen, welches Vorgehen für dich am besten ist. Dazu stehen wir dir natürlich gerne zur Verfügung.

Das Shopware Standardtemplate kannst du online einsehen. Weitere, kostenpflichtige Templates findest du außerdem im Shopware Store.

Wie viel Individualisierung ist notwendig?

Im optimalen Fall ist die Darstellung aller Inhalte, Funktionen, Plugins, etc. an dein individuelles Corporate Design anzupassen. Allerdings steht dafür meist nicht genug Budget zur Verfügung. Die bereits genannten Seitentypen können nicht individualisiert werden, aber auch einzelne Elemente, die durch Standardfunktionalitäten bzw. Plugins eingebettet werden. Ein Element ist z. B. eine Slider-Bildansicht, ein Slider der zuletzt angesehenen Artikel oder die Tag-Wolke. Login-Popups oder Artikel-Vergleichspopups sind ebenfalls Elemente.

Während Seitentypen oder Elemente nicht immer zu sehen sind, sind bestimmte Grundelemente ständig sichtbar wie z. B. Header, Footer und Seitenhintergrund, sowie die Standardfarben und Standardschriftarten. Grundelemente sind bedeutend für dein Corporate Design und müssen beim Erstellen des Templates unbedingt individualisiert werden. Ist für die Individualisierung der Seitentypen und anderer Elemente kein oder wenig Budget vorhanden, sollten diese vom Grundlagen-Template abgeleitet werden. Damit ist u. a. die farbliche Anpassung an das Corporate Design gemeint, ohne dass in die Positionierung oder in das Design eingegriffen wird.

Die nachfolgende Liste enthält reguläre Seitentypen und Elemente ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die Liste wurde von uns subjektiv nach Priorität erstellt und im Hinblick auf die Individualisierung des Designs von oben nach unten sortiert.

Wie wichtig die Individualisierung der Templates einzelner Plugins im Endeffekt ist, muss in Einzelfall entschieden werden. Sobald du auf kostenpflichtige Templates setzt, wirst du jedoch um gewisse Fehlerkorrekturen bei den Plugins nicht herumkommen. Zudem solltest du beachten, dass eine Individualisierung sowohl mit der Erstellung eines Designs als auch der entsprechenden Programmierung des Templates einhergeht.

Fazit

Die Auswahl und Implementierung des Designs und des Templates für Online-Shops bzw. Shopware-Shops ist eine komplexe Angelegenheit, die einen bedeutenden Anteil des Gesamtbudgets ausmacht. Die Kosten können sich schnell vervielfachen, wenn dein Shop mit Responsive Design ausgestattet werden soll.

Falsche Entscheidungen können unnötige, zusätzliche Kosten verursachen, die bei einer sorgfältigen Planung vermeidbar wären. Andererseits soll auch nicht an falscher Stelle gespart werden, denn ein lieblos umgebautes, kostenpflichtiges Template, indem beispielsweise nur das Logo eingebettet wurde, weckt keine Emotionen beim Besucher und wird schnell in Vergessenheit geraten.

Von daher lohnt es sich, im Vorfeld Zeit zu investieren, um sich entsprechend beraten zu lassen, welches Template auf deine speziellen Bedürfnisse und in das zur Verfügung stehende Budget passt.

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